Harzer Hexenstieg 2016 (Outdoor Version)

108,6 km / 2240H 2330R / 21,13 Std. reine Gehzeit

 

Vorwort

 

 

 Mit 3 Freunden der FrischLuftFanatiker ging es am Montag den 23 Mai los auf unsere lang geplante und ersehnte Tour, dem Harzer Hexenstieg. Wir starteten um 9:00 Uhr in Osterode mit je 20kg Gepäck pro Person, vor uns hatten wir 108km 2240Höhen und 3 Nächte im Wald. Wir hatten nichts gebucht, kein Hotel, keine Pension, nur 4 Männer, ein Weg und die Natur. Die nächsten Tage sollten zeigen ob wir richtig lagen mit unseren Vorbereitungen und Einschätzungen. Bekommen wir immer genug Trinkwasser? Wie viel Strecke schaffen wir pro Tag und erreichen wir unser Nachtlager? Klar, der Harz liegt nicht aus der Welt und es gibt wesentlich härtere Touren als den Hexenstieg aber es sollte sich zeigen das nicht immer alles so leicht ist wie es scheint.

 

 

Tag 1

Osterode – Altenau (Förster-Ludwig-Platz)

32,3KM / 760H 360R / 6:05 Std. reine Gehzeit

 

Gut gelaunt und euphorisch ging es los zur Bezwingung des Harzer Hexenstieges. Vom Startpunkt in Osterode aus ging es auf den Hutscher Weg bei etwas schwülem aber trockenem Wetter los in ein schönes Abenteuer. Erst führte uns der Weg über recht breite Waldwege die noch nicht die Stimmung vermittelten man sei auf dem Hexenstieg. Wir kamen an der Kiepenfrau vorbei und machten an der Stempelstelle HWN 140 Eselsplatz unsere erste kleine Stempelpause. Langsam wurde der Weg auch immer schöner und als nächstes erreichten wir am Abzweig- Hegemaxweg das Tourenbuch des Harzer Hexenstieges in dem man sich verewigen kann. Was wir natürlich auch taten. Kurze Zeit später kamen wir am Mangelhalber Tor vorbei und gingen nun wieder auf dem Hutscher Weg. Hier gibt es immer wieder schöne kleine Aussichtspunkte wie den Ackerblick und den Dorotheenblick die auch zum kurzen verweilen einladen. Der Hutscher Weg begleitete uns dann fast bis zur nächsten Stempelstelle dem Bärenbrucher Teich HWN 137 bei Buntenbock. Hier bot sich für uns eine schöne Möglichkeit ein kleines Frühstück zu uns zu nehmen einen Kaffee zu kochen und damit auch unsere Gaskocher mal in den Betrieb zu nehmen. Bei bestem Wetter ließen wir hier zum ersten mal die Beine und die Seele baumeln. Wir waren ja schließlich nicht auf der Flucht. Nach dem idyllischem Frühstück trieb es uns dann gut gestärkt und entschlossen weiter, wir schauten uns den Sprung der Innersten an, die viel harzer Teiche mit Wasser versorgt und dann Stempelten wir das nächste mal an der HWN 128 Huttaler Widerwaager die uns mit dem Huttaler Graben den Eintritt in das Reich des Oberharzer Wasserregals gab. Wir gingen den Dammgraben entlang über den Sperberhaier Damm und machten am Dammhaus eine kleine Einkehr auf ein Getränk. Nach der kleinen Erholung ging es weiter am Dammgraben über den Fiekemärtens Weg zur Eisenquelle und von dort aus in Richtung Altenau. Der Dammgraben sollte bis zum nächsten Morgen auch unser Begleiter bleiben. Ab Altenau bei ca. km 25 merkte auch nun der letzte von uns was es heißt 20kg auf dem Rücken zu tragen. Die nächste Stempelstelle die wir erreichten war die HWN 149 Kleine Oker, diese Stempelstelle ist zu unserer Überraschung aber nicht im Buch des Harzer Hexenstieges verzeichnet. Jetzt waren es nur noch wenige Kilometer bis zu unserem Nachtquartier am Förster-Ludwig-Platz der HWN 133 bei Altenau. Doch war diese Schutzhütte den auch frei? Vielleicht gibt es ja noch andere mit dem selben Plan. Dies war die nächste frage die unterwegs aufkam, und wenn nicht? Was dann? Für die Nacht waren starke Regenfälle voraus gesagt worden. Wir haben alles dabei, aber so eine Schutzhütte wäre doch schon schön. Wir mussten uns Überraschen lassen.

Bei der Ankunft am besagtem Platz machte sich dann doch ein wenig Erleichterung breit. Wir waren die einzigen dort. Um die Versorgung mit Trinkwasser brauchten wir uns an diesem Abend zum Glück auch keine Sorgen machen, denn ein Freund einer meiner Begleiter wohnt in Altenau und kennt sich dort auch gut in den Wäldern aus. Dieser nette Herr brachte uns also Trinkwasser, und schau an, für jeden noch eine Flasche Atenauer Hüttenbier ( Achtung Schleichwerbung ). Worüber wir uns sehr freuten. Nach einem gemütlichen Plausch bei der Flasche Bier verschwand dieser Freund ( Danke für deine Unterstützung ) dann wieder im Wald und wir richteten nun langsam unser Nachtlager her. Die Kocher wurden nochmal angeschmissen und wir machten uns gutes Outdoorfutter aus der Tüte. Mmmm lecker!!!

Ok, ganz ehrlich. Es hätte schlimmer aber auch besser kommen können. Aber es reichte aus, schließlich wollten wir ja dieses outdoor Erlebnis. Wir hängten Knicklichter auf machten unsere Notlicht und unsere Stirnlampen bereit und dann ging es langsam auf die Isomatten und in die Schlaf und Biwaksäcke. Es wurde dunkel im Wald und still, unheimlich still.

 

Wie die erste Nacht im freien war, das erfahrt ihr in der Fortsetzung

 

 


Tag 2

Ein harter Brocken

Altenau (Förster-Ludwig-Platz) - Königshütte

 

32,5km / 610H 840R / 6:37 Std. reine Gehzeit

 

 

Es wurde dunkel im Wald, nur das leichte Licht unser Knicklichter erhellte ein wenig die Schutzhütte und es wurde still, so wenig stille hatte ich Nachts im Wald ganz ehrlich gesagt nicht erwartet. Es war nichts zu hören wirklich nichts. Leicht viel das einschlafen nicht, irgendwie war immer ein Auge und ein Ohr offen. Es war halt sehr ungewohnt und man fühlte sich auch etwas Schutzlos. Aber genau das sind ja die Gefühle die wir erleben wollten. In tiefster Dunkelheit hörten wir nun auch die ersten Tropfen des angekündigtem Regens auf das Dach der Schutzhütte prasseln. Es wurde mehr und mehr, und es beruhigte zu gleich. Langsam brachte die Müdigkeit dann auch den letzten in den Schlaf.

 

Kurz vor dem Sonnenaufgang der uns an diesem Morgen verwehrt bleiben sollte, wurden wir durch das Gezwitscher der Vögel wach. Es regnete noch immer. Langsam krochen wir aus unseren Schlafsäcken und vor der Ausrüstung wurden nun erst einmal die Knochen sortiert, dann wurde das Nachtlager zusammengeräumt und jeder bereitete sich sein individuelles Frühstück zu. Outdoorkaffee, Müsli, etwas Suppe, Brot, Obst oder Energieriegel standen auf dem Plan. Nach dem das Frühstück beendet war wurde der Rest zusammen gepackt, die Wetterlage nochmal begutachtet und ja es ging weiter unserem Ziel entgegen, nur leider in Regenjacken.

Aber ab jetzt kamen wir in die Bereiche in der uns die volle Schönheit und Vielfältigkeit des Harzes gezeigt werden sollte. Ein paar Kilometer nach dem Förster-Ludwig-Platz kamen wir auf den Magdeburger Weg, für mich einer der schönsten Wege im Harz. Dieser weg führte uns dann hoch bis auf das Torfhaus. Den schöne Blick von hier auf den Brocken konnten wir leider bei dem heutigem Wetter nicht genießen, Brockenwetter halt. Also ging es zum kurzen antrocknen und auf ein warmes Getränk mit Brötchen ins HALALI Cafe am Torfhaus. Hier wurden wir nett bedient und auch die Preise waren Ok. Nach einem kurzen aber schönen Aufenthalt ging es nun weiter dem Brocken entgegen. Vom Torfhaus ging es dann immer dem Goethe-Weg entlang. Nur kurz verließen wir den Goethe-Weg fast unbemerkt und gingen auf dem Moorstieg einen Paralelweg des Goethe-Wegs den es sich aber lohnt zu gehen. Dann kamen wir noch an der Stempelstelle HWN 136 Eckersprung vorbei bevor wir ein Stück die alte Panzerstraße hinauf auf den Bbf. Goetheweg trafen. Von dort aus führt ein angenehmer gut ausgebauter Weg immer an den Gleisen der Brockenbahn entlang fast bis zur Brockengipfel. Das letzte Stück zum Gipfel geht man dann auf der Brockenstraße. Oben auf dem Brocken angekommen schauten wir uns kurz um, doch zu sehen war nicht viel. Das Wetter war Neblig bei ca.+5 Grad und Nieselregen, Brockenwetter halt. Wir Stempelten an der HWN 009 Brockenhaus machten ein paar Bilder und gingen uns erst einmal Aufwärmen in den Lokalitäten auf dem Brocken. Bei einem Preis von 3,20Euro für einen Kaffee kam dann auch schnell die Einsicht das der Brocken zwar eine Reise wert ist, aber absolut auf Tourismus getrimmt ist. So ging es Kopfschüttelnt nach dem vergoldetem Kaffee, den man nun auch nicht mehr auspinkeln wollte für das Geld, den Brocken hinunter auf der Brockenstraße. Dieses Stück sollte man übrigens mal umlegen denn die Kilometer bergab auf Teer machen keinen Spaß, aber sie gehören halt zum Hexenstieg. ( Eine Idee für die Umplanung hätte ich übrigens schon ;-). Die nächste Stempelstelle die wir erreichten war dann die HWN 022 Gelber Brink  und um so weiter wir den Brocken in richtung osten verließen um so besser wurde auchdas Wetter. Hier trafen wir auf eine Truppe von 3 älteren Herren die wir schon zum Anfang unser Tour trafen und auch nicht das letzte mal an diesem Tag sehen sollten. Vom Abzweig- Brockenstraße ging es dann endlich wieder in den Wald zur Stempelstelle HWN 013 Ahrentsklint die sich oberhalb des Ortes Schierke befindet. Von der Klippenformation des Ahrentsklint hat man einen schönen Ausblick über den Ort und hinauf zum Brocken, wenn er nicht wie so oft von Wolken verschleiert ist. Und schau an, wir genossen noch die Aussicht als uns die 3 netten Herren wieder einholten, und diesmal war es gut das wir noch da waren. Einer der Herren stürzte bei der Begutachtung des Ahrentsklint und stieß sich den Kopf. Er zog sich eine kleine Platzwunde zu. Zum Glück waren wir bestens Ausgerüstet und 2 der Freunde die mit mir unterwegs waren hatten auch die nötige Ausbildung für solche fälle. So konnten wir den Herren versorgen so das er mit seiner Gruppe weiter in Tal nach Schierke wandern konnte. (Wir wünschen von hier aus noch alles gute). Für uns ging es dann weiter zur HWN 017 Trudenstein und langsam ging die Strecke doch ein wenig an die Kräft. Wir waren ca. bei km 58 des Hexenstieges am am späten Nachmittag des 2ten Tages und das ganze immer noch mit 20kg Gewicht auf dem Rücken. Bei dem ein oder anderen machten sich die ersten Blasen bemerkbar so das wir in Drei Annen Hohne nochmal eine längere Pause einlegten. Dann ging es auf zum Endspurt des heutigen Tages nach Königshütte. Hier Stempelten wir nochmal an der HWN 040 Königshütter Wasserfall

und unser Ziel für diesen Tag sollte die Pension „Am Felsen“ in Königshütte sein. Wir hofften dort spontan ein Zimmer zu bekommen um einfach mal nach 67 gegangenen km zu entspannen. Leider war dort alles ausgebucht. Dies war ja nicht weiter schlimm da wir ja eh aufs draußen schlafen eingestellt waren, aber die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft die uns an dieser Pension entgegen gebracht wurden waren schon einzigartig. Wir beschlossen also dort etwas zu Abend zu Essen und in gemütlicher Atmosphäre das ein oder andere Getränk zu uns zu nehmen. Dann ging es raus an einen geheimen Ort den uns der Herr des Gasthauses angeboten hatte. Dort verbrachten wir dann auch eine schöne angenehme Nacht im Freien und gingen am Nächsten morgen auf ein Frühstück noch einmal in Pension um zu speisen und uns zu verabschieden.

Wie man sich in der Strecke täuschen kann, das erfahrt ihr in der Fortsetzung;-)

 

 

 


Tag 3

Flüsse laufen nicht immer nur bergab

Königshütte - Altenbrak ( Schöneburg )

 

25,2km / 580H 590R / 5:44Std. reine Gehzeit

 

 

 

Nach einer erholsamen Nacht und einem guten Frühstück ging es für uns dann von Königshütte aus weiter, schon nach nur kurzer Zeit und einem kleinen Stück steil bergauf kamen wir auch dann zur ersten Stempelstelle des Tages. Es war die HWN 041 Ruine Königsburg von den Überresten der Burg aus hat man einen schönen Blick über Königshütte bis weit in in den Harz hinein. Hier verweilten wir ein wenig und genossen die schöne Aussicht. Wir beschlossen Heute das Tempo etwas zu drosseln um auch die geschundenen Füße des ein oder anderen etwas zu schonen. Weiter ging es dann an der Überleitungssperre Königshütte entlang zur HWN 042 Trogfurther Brücke die viele hundert Jahre lang Teil einer wichtigen Handelsstraße von Italien über den Harz nach Skandinavien hin war. Wir begutachteten das Bauwerk machten unseren Stempel und weiter ging es auf dem Hexenstieg in Richtung Rübeland. Kurz hinter der Talsperre konnte man ein Blick auf die nie fertiggestellte Ruine Susenburg werfen, wenn man den weiß wo sie Stand. Ein Weg dort hin Lohn übrigens auch. Wir aber wollten ja auf dem Hexenstieg bleiben. Das Teilstück was nun vor uns lag war von Attraktionen erst einmal nicht geprägt sondern eher vom an Rande liegenden Tage bauten, aber dies gehört halt auch dazu. Kurz vor der HWN 088 Hoher Kleef (diese Stempelstelle gehört nicht zum Hexenstieg) kamen wir noch an einem Rastplatz vorbei, er war von einem Bären aus Holz geschmückt in dem ein Bienenstock angelegt ist. Eine tolle Idee wie ich fand. Am Hohen Kleef der nur knapp 200 Meter neben dem Hexestieg liegt bietet sich einem wohl der schönste Blick auf Rübeland. Wie das Modell einer großen Spielzeugeisenbahn liegt er Ort unter einem. Von Rübelnd aus ging es dann immer der Bode entlang nach Neuwerk, ein kleiner Ort in dem es scheint als sei die Zeit stehen geblieben. Es wirkte ruhig und zwischen gepflegtem Kulturgut standen immer wieder verlassene Ruinen die wie Zeugen einer längst vergangenen Zeit die Bode und den Ort säumten. Aus Neuwerk raus ging es erst einmal einen idyllischen Weg an der Bode entlang der uns aber langsam auch zeigte das es nicht immer heißt das man am Fluss herab immer nur bergab geht. Dies war eine Weisheit die am Vortag von einem meiner Begleiter kam, und da ich die Strecke ja geplant hatte mich schon nachdenklich stimmte ;-). Der Satzlaut war wie folgt „ Eigentlich müsste es ja jetzt nur noch bergab gehen, da wir ja immer an der Bode entlang müssen, und Wasser fließt ja bekanntlich bergab“. Das dies nicht so war wurde dann auch bald allen klar. Also Wasser fließt schon bergab aber Wege tun dies nicht. Uns führte der Weg dann entlang der Talsperre Wendefurth bis hin zur Stempelstelle HWN 062 Talsperre Wendefurth ( Talsperrenblick ). Hier ging langsam jeder an seine Reserven und Trinkwasser für die den Abend und dem nächsten Morgen musste auch noch organisiert werden. Auf der Bank an der Stempelstelle sammelten wir erst einmal neu Kräfte und überlegten wie wir an Trinkwasser kommen. Dann ging es weiter, es war schon nach 17 Uhr und die Infrastruktur rund um die Talsperre hatte schon geschlossen. Die öffentlichen Toiletten luden nicht ein dort Trinkwasser zu entnehmen und Umwege wollten wir auch nicht kauf nehmen. Man bemerkte doch eine gewissen Unruhe unter uns. Denn ohne Wasser wird es eng. 3 Liter hatten wir noch, aber sollte dies bis zum nächsten Morgen reichen Wir warfen einen Blick auf die Karte. Unser erklärtes Ziel für den Tag war die HWN 063 Schöneburg oberhalb von Altenbrak. Dies lag noch gut einen Stunde von uns entfernt. Dort wollten wir die Nacht verbringen. Wir überlegten umzuplanen doch finden wir dann auch eine Hütte für die Nacht? Am Kirchhofsberg Zwischen der Talsperre Wendefurth und dem Pumpspeicherbecken Wendefurth könnten wir Erfolg haben. Dort soll laut unserer Karte ein Reiterhotel und ein Campingplatz sein. Dies brachte Hoffnung in uns alle. Also wurden nochmal alle Kräfte mobilisiert. Zugleich stand auch noch ein kräftezehrender Anstieg vor uns. Angekommen bot sich uns dann ein anderes Bild als erhofft. Vom Campingplatz nicht wirklich einen Spur außer einem großer Parkplatz für Wohnmobile und das Hotel war nun ein Flüchtlingsheim. Erst einmal sichtlich geschockt schauten wir in unsere Runde. Ein einziges Wohnmobil stand auf dem ganzen Parkplatz und der Besitzer sah wohl auch gleich das wir etwas auf dem Herzen hatten. Er kam freundlich und zuvorkommend auf uns zu und half uns sofort bei unserem Trinkwasser Problem. Was uns dann doch recht beruhigte. Mit der Aussage „Ich kann mir bei den Flüchtlingen neues holen“ gab er uns soviel wie wir brauchten. Er erzählte uns noch kurz das er solche Situationen kenne und selbst oft schon mit dem Rucksack unterwegs gewesen sei. Wir konnten uns nur bedanken und waren sehr erleichtert über die Hilfe dieses Herren. Danke dafür. Somit war die Versorgung für unsere nächste Übernachtung und den folgenden Tag auch gerettet. Nun ging es direkt zu unserem angedachten Ziel für diesem Tag wo wir auch die Nacht verbringen wollten, die HWN 063 Schöneburg. Die Schutzhütte selbst war recht eng für 4 Kerle der ausgewachsenen Art, also schliefen 2 drin und 2 draußen was auf Grund des guten Wetters ja nun zum Glück kein Problem war. Wir richteten uns ein gemütliches Nachtlager her, kochten uns etwas Wasser für unser Instantessen, genossen die Aussicht auf Altenbrak und ließen diesen doch anstrengenden Tag und nun gut 90km die wir hinter uns hatten ruhig bei einigen schönen Gesprächen zu Ende gehen.

 

Tag 4

 

 

Der Endspurt, über Stock und über Stein

Altenbrak - Thale

 

18,7km / 290H 540R / 3:27Std. reine Gehzeit

 

Eine leicht unruhige Nacht so ganz unter freiem Himmel, neigte sich für mich schon früh dem Ende zu. Ich kroch vor den anderen aus meinem Biwak um den Sonnenaufgang entgegen zu schauen. Der Ort unseres Nachtlagers bot sich super dazu an. Nach und nach wurden nun auch die Anderen wach und jedem waren die Strapazen der letzte Tage anzusehen. Wir machten uns einen Kaffee und genossen den Sonnenaufgang mit Blick auf Altenbrak. Ein letztes mal hieß es nun den Rucksack aufschwingen, denn von unserem Ziel trennten uns nur noch 19km. Mit genau diesem wissen und aller ruhe machten wir uns dann auch auf den Weg der uns erst einmal bergab nach Altenbrak führte und dann fast immer an der Bode entlang nach Treseburg. In Treseburg angekommen überlegten wir uns noch einen Kaffee zu trinken. Am ersten Hotel am Hexensteig bei Treseburg schien es uns aber zu nobel für so 4 halbwilde die eben aus dem Wald kamen. Also gingen wir noch ein paar Meter weiter. Wo uns dann auch prompt der Kaffee verwehrt blieb. Also nochmal 200m zurück, den fragen kostet ja schließlich nichts, und schau an das schöne Hotel Bodeblick was uns erst zu nobel erschien, empfing uns mit aller Gastfreundschaft. Dafür ein ganz großes DANKESCHÖN. Wir tranken einen leckeren Kaffee, aßen einen strammen Max und genehmigten uns dann noch ein Bier, kurz und knapp wir ließen es uns richtig gut gehen. Sichtlich Motiviert und gut gestärkt ging es nun hoch zur HWN 069 Sonnenklippe (Bodetal) die vorletzte Stempelstelle auf unserem Weg. Von diesem sehr schönen Ort aus kamen wir dann wohl in den schönsten und spektakulärsten Teil des Bodetals. Ab hier wurden die Wege immer holpriger, von Geröll umgestürzten Bäumen und Ästen geprägt schlängelt sich der Weg nun immer Tiefer in die Schluchten. Es ging die Bode entlang über Stock und Stein, mal etwas hoch dann wieder runter. Dort wurde einem kurz vor dem Ziel noch einmal viel abverlangt. Aber jeder Schritt tiefer hinein ins Tal bescherte einen wunderschönen und atemberaubenden Anblick. Hoch über unseren Köpfen lag nun der Hexentanzplatz und die Roßtrappe beide werden von steilen Felswänden gesäumt. Die letzte Stempelstelle des Hexenstiegs lag nun vor uns die HWN 178 Hirschgrund ( am Gasthaus Königsruh ). In das anliegende Gasthaus das idyllisch im engen Bodetal liegt kehrten wir noch einmal ein. Langsam viel einiges an Last von unseren Schultern, gleich, nur noch ein paar wenige hundert Meter, dann haben wir es geschafft. Aber erst einmal gab es ein leckeres Kaltgetränk der alkoholischen Sorte im Liter Format. Was nicht immer die beste Idee ist. Denn nach 4 Tagen körperlicher Anstrengung merkt man den Alkohol dann doch ein wenig ;-). Nach dem wir die letzte kleine Pause beendet hatten machten wir den Endspurt. Komischer weise wurde es nun ganz leise bei uns in der Gruppe und irgendwie ging jede auf einmal ein wenig für sich allein. Es war auch schon ein wenig merkwürdig. So lang geplant und gleich ist es geschafft. Beim eintreffen im Stadtpark in Thale kamen wir dann aber wieder enger zusammen so das wir das markierte Ziel des Hexenstiegs gemeinsam erreichten. Hier viel dann auch die letzte Last von jedem ab, samt der Rucksäcke. Es war eine tolle Erfahrung, eine Grenzerfahrung, 4 Tage im freien, 108,6 km / 2240H 2330R / 21,13 Std. in Bewegung mit 20kg Gepäck auf dem Rücken, und eins stand schnell fest. Wir würden es wieder tun. Also ist die Tour für nächstes Jahr schon in Planung.

 

Dann heißt es Harzer Grenzweg, wir kommen.

 

 

 

 

 

Liebe Gruße Euer NordHarzTeufel & die FrischLuftFanatiker Crew

 

 

 

 

 

Bei Fragen zur Tour oder Anregungen könnt Ihr mir immer gern schreiben.